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Uhren von Staatschefs und historischen Persönlichkeiten: Kennedy, de Gaulle, Buzz Aldrin und was ihre Referenzen wert sind

Die Omega Ultra Thin von John F. Kennedy, von Omega für 350.000 Dollar zurückgekauft, die LIP von General de Gaulle, 2024 für 537.920 € versteigert, die Speedmaster von Buzz Aldrin auf dem Mond: die geprüften Fakten und der Marktwert der vergleichbaren Referenzen, die man kaufen kann.

Uhrenkultur · · 7 min Lesezeit

Omega Speedmaster Moonwatch Professional
Photo : Shane Lin, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Eine Uhr aus dem Besitz eines Staatschefs oder einer historischen Persönlichkeit hat mit ihrem uhrmacherischen Wert kaum noch etwas zu tun: Sie wird zum historischen Objekt, und ihr Preis bildet sich auf Auktionen. Die Frage der meisten Leser ist jedoch konkreter: Welche Uhr war es, und was ist dieselbe Referenz heute wert, ohne die Provenienz? Hier drei dokumentierte Fälle, mit geprüften Zahlen und dem Marktwert vergleichbarer Modelle.

John F. Kennedy: die Omega Ultra Thin

Die am besten dokumentierte Uhr von John F. Kennedy ist eine Omega Ultra Thin aus 18-karätigem Gelbgold mit Handaufzug, die ihm 1960, vor der Wahl, sein Freund Grant Stockdale schenkte. Der Boden trägt die Gravur „President of the United States John F. Kennedy from his friend Grant“. Sie ist als Uhr seiner Amtseinführung bekannt.

Im Dezember 2005 kaufte Omega sie beim Verkauf der Sammlung Robert L. White bei Guernsey's in New York für 350.000 Dollar zurück. Dazu gehörte ein Brief von Jacqueline Kennedy an Grant Stockdale, die die Uhr „hübscher als die, die ich ihm geschenkt habe“ fand. Sie ist heute dauerhaft im Omega-Museum in Biel ausgestellt, und die Marke hat daraus eine auf 261 Exemplare limitierte Neuauflage abgeleitet.

Das im Geist nächstliegende heutige Pendant ist eine flache, schlichte Dresswatch der Omega-Linie De Ville. Eine De Ville Prestige aus Stahl wird laut unseren Erhebungen gebraucht für 1.700 bis 3.000 € gehandelt, weit, sehr weit von der Präsidentenuhr entfernt.

Charles de Gaulle: die LIP R27 aus Gold

General de Gaulle wird mit der französischen Marke LIP in Verbindung gebracht. Bei der Auktion „De Gaulle, Legacy for History“, die Artcurial am 16. Dezember 2024 in Paris mit Erinnerungsstücken aus dem Nachlass von Admiral Philippe de Gaulle veranstaltete, wurde eine LIP Electronic R27 „Patent Pending“ aus Gelbgold, die der General ab 1958 trug, für 537.920 € inklusive Aufgeld zugeschlagen. Es war der höchste Preis der Auktion und ein Weltrekord für eine LIP-Uhr. Die gesamte Auktion erzielte 5,6 Millionen Euro, mit zahlreichen Vorkaufsrechten französischer öffentlicher Institutionen.

Die Lehre ist frappierend: Eine LIP derselben Epoche ohne Provenienz findet man bei spezialisierten Händlern je nach Zustand und Metall für einige hundert bis einige tausend Euro. Der Preisunterschied beruht vollständig auf der Geschichte und den Dokumenten, die sie belegen. Die wiederbelebte Marke LIP vertreibt heute zugängliche Uhren ohne vergleichbaren Sammlerwert.

Buzz Aldrin: die Speedmaster auf dem Mond

Am 20. Juli 1969 trägt Buzz Aldrin beim Außeneinsatz von Apollo 11 eine Omega Speedmaster Professional über seinem Raumanzug, an einem langen Klettband. Neil Armstrong hatte seine im Mondmodul gelassen, als Ersatz für einen defekten Bordtimer: Aldrins Uhr ist also die erste, die auf dem Mond getragen wurde. Die Referenz wird meist als 105.012 beschrieben. Die Speedmaster war 1965 von der NASA für bemannte Missionen qualifiziert worden.

Aldrins Uhr wurde nie wiedergefunden: Laut übereinstimmenden Berichten der Uhrenpresse verschwand sie beim Versand an das National Air and Space Museum der Smithsonian in Washington. Es gibt also keinen „Preis“ für die Uhr von Aldrin, nur den der von ihr abstammenden Referenzen, und genau hier wird die Geschichte zugänglich.

Die Speedmaster ist die einzige Uhr dieser Liste, deren Erbe man für einige tausend Euro im Alltag tragen kann. Die aktuelle Moonwatch mit ihrem Kaliber 3861 mit Handaufzug übernimmt das asymmetrische Gehäuse und das Zifferblatt. Ältere Referenzen wie die 145.022 werden zu vergleichbaren Preisen gehandelt. Unser Artikel über den Marktwert der Speedmaster Moonwatch beschreibt jede Generation.

Marktwerttabelle 2026: Provenienz gegen Referenz

Historische PersönlichkeitUhrListenpreisErgebnis / beobachteter Marktwert
John F. KennedyOmega Ultra Thin Gold (1960), von Omega bei Guernsey's zurückgekauft, 2005eingestellt350.000 $
Modernes PendantOmega De Ville Prestige Stahletwa 4.000 €1.700 – 3.000 €
Charles de GaulleLIP Electronic R27 Gelbgold, Artcurial, 2024eingestellt537.920 € inkl. Aufgeld
Pendant ohne ProvenienzElektrische LIP der 1950er-1960er-Jahreeingestellteinige hundert bis einige tausend Euro
Buzz Aldrin (Apollo 11)Omega Speedmaster Professional 105.012eingestelltUhr verschollen; Vintage-105.012 oft über 7.000 €
Modernes PendantOmega Speedmaster Moonwatch 310.30.42.50.01.001etwa 7.500 €5.000 – 6.300 €
Vorherige GenerationOmega Speedmaster Professional 145.022eingestellt4.000 – 6.700 € je nach Jahrgang

Eine andere Raumfahrtgeschichte: die Speedmaster „Snoopy“

Die Mondepisode hat eine Fortsetzung, die Sammler gut kennen. 1970, nach der Rückkehr der Mission Apollo 13, verliehen die NASA-Astronauten Omega den „Silver Snoopy Award“, eine Auszeichnung für Beiträge zur Flugsicherheit, für die Rolle der Speedmaster bei der Zeitmessung der Rettungsmanöver. Omega leitete daraus mehrere Sondereditionen mit der Figur ab, darunter die Speedmaster „Silver Snoopy Award“ zum 50. Jubiläum.

Diese Editionen zeigen den Unterschied zwischen Provenienz und Referenz: Sie erzählen eine wahre Geschichte, werden aber in Serie produziert. Ihr Marktwert hängt von Auflage, Zustand und Full Set ab, wie bei jeder limitierten Edition.

Was die Provenienz mit dem Marktwert macht

Die Provenienz ist der einzige Faktor, der den Wert einer Uhr verhundertfachen kann, aber sie unterliegt drei Bedingungen.

  1. Sie muss bewiesen sein. Die Verkäufe von Kennedy und de Gaulle stützten sich auf Gravuren, Briefe und eine identifizierte familiäre Weitergabe. Eine Uhr, die „jemandem gehört hat“, ohne Dokument, ist nur eine alte Uhr.
  2. Sie überträgt sich nicht auf die Referenz. Die Speedmaster Moonwatch profitiert von der Apollo-Geschichte durch ihre Bekanntheit und konstante Nachfrage, nicht durch einen Aufschlag: Beim Neukauf erleidet sie einen normalen Wertverlust.
  3. Sie wird auf Auktionen verkauft. Diese Uhren laufen nicht über den gewöhnlichen Gebrauchtmarkt. Ihr Preis ist der, den zwei Bieter an einem bestimmten Abend akzeptiert haben; als Marktwert für andere Exemplare taugt er nicht.

Bei einer Familienuhr, von der Sie glauben, dass sie eine Geschichte hat, tragen Sie vor der Begutachtung alles zusammen, was sie dokumentiert (Gravur, Rechnungen, Briefe, Fotos): Dieses Dossier macht den Unterschied. Unser Ratgeber zum Verkauf einer geerbten Uhr erklärt die Schritte.

Für eine Schätzung der Referenz selbst, ohne Provenienz, liefert Ihnen die Bewertung von Causli eine Spanne, die zu Ihrem Modell und seinem Zustand passt.

Der Wert des Modells: Omega Speedmaster Moonwatch Professional

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